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Zu Beginn: Jeder Tag beginnt mit einem Sonnenaufgang, auch wenn er oft hinter Wolken oder Regen verborgen scheint. Doch allein wir bestimmen, ob wir die Sonne sehen wollen. Wir bereiten uns auf unsere tägliche Arbeit vor - oder manche auf den Besuch bei der ARGE. Manche schauen erstmal in ihre Aktienkurse und belachen die, welche statt das Geld nur die Hände zur Arbeit haben. Andere haben nicht mal die Zeit, über den Sinn ihres Lebens nachzudenken und reden sich heraus, sie müssten Umsatz machen. Wo auch immer Organisationen und Institutionen, Einstellungen und Süchte den Menschen knebeln - eines ist immer klar: Morgen kann alles ein Ende haben. Ein Unfall, eine Krankheit, das Alter oder ein Verbrechen. Pflegebedürftigkeit oder Tod belasten nicht nur den Betroffenen selber sondern auch und gerade die, welche diesen Menschen lieben. - Und wie oft kommt es vor, dass das Verantwortungsbewusstsein und die Liebe der Angehörigen größer ist als das, was sie jemals von denen erhalten haben, die nun ihrer Obhut und Versorgung anvertraut sind. - Benötigen diese Menschen Hilfe, dann bekommt man sie in fast allen Fällen nur gegen teures Geld. Kostenlos? Das gibts nur innerhalb der Kirche schon einmal. Aber auch da stehen wir oft allein, denn auch die Organisation Kirche wird mehr und mehr eine von  Wirtschaftsprüfern eingenordete Art Firma - mit Angestellten / Arbeitnehmern, die oft unter dem Tarif arbeiten. Pflege ist schwerste körperliche und psychische Arbeit. Hier gehören nur Menschen hin, die dies als Berufung - nicht als Job - sehen, was sie machen. Kein Platz für Grazien oder 1-Euro-Jobber, die keine seelsorgliche Kommunikation beherrschen.

Am Ende saß eine ehrenamtliche - für uns kostenlose - Mitarbeiterin eines Hospizdienstes im hoch bezahlten Pflegeheim neben der Sterbenden - gemeinsam mit deren Ehemann. Danke den Ehrenamtlichen, die still und ohne Entgelt das leisten, was bezahlte Kräfte aus organisatorischen Gründen nicht dürfen oder können.

Es waren einige sehr schwere Jahre.  Es ist ein Drama, was man Pflegebedürftigen, den Familienangehörigen und allen Beteiligten zumutet. Und niemand lässt sich als Pflegebedürftiger registrieren, wenn es nicht nötig ist. Auch der alte Mensch möchte doch als "gesund und munter" wahrgenommen werden, nicht als Pflegefall.. - Bis abzusehen ist, dass das Leben im Diesseits enden wird.

Den letzten Weg gehen wir sowieso alleine. 

 

 

 

Stand: 15.10.2009


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