Gedenken an die 6 Zwangsarbeitslager
in und um Longerich

Standort:  Lindweiler Weg, 
50739 Köln-Longerich
Lutherkapelle, heute Mikailskirche

Ich forschte in den 80er Jahren, nach meinem Umzug aus Leverkusen nach Köln, nach der Geschichte von Köln-Longerich. Ca. 1986 hatte ich Gelegenheit, im Stadtarchiv fündig zu werden. 6 Zwangsarbeitslager gab es im Stadtteil. Angefangen von der Firma Ford, einer chemischen Fabrik Ecke Neusser Landstraße/Bremerhavener Straße, am alten Fort entlang der Militärringstraße (wo früher ein Gebetsraum der evangelischen Christen war, die dafür auf einem Bauernhof am heutigen Lindweiler Weg eine Kapelle bauen durften). Aber auch an der Lützlongericher Straße nördlich der Kurve (gegenüber dem Schützenhaus vermutlich) und am Lindweiler Weg. Frau Lanzrath, eine Frau die dort aufwuchs als Kind und später einen kleinen Tante-Emma-Laden in der LÜtzlongericher Straße betrieb, erzählte mir von Frauen und Männern und Kindern, die man dort auf dem Bauernhof laut singen gehört haben soll. Später führte man sie in Reihen zu einem Fotografen. Die Zwangsarbeiter mussten Rauchfässer entfachen und Nebel machen, als Allierte den Flughafen Butzweiler Hof bombardierten und von der Neusser Straße kommend über Longerich fliegend dort oft frühzeitig Bomben abwarfen. Es waren die Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, die dabei zu Tode kamen. Mehr kann man im Archiv der evangelischen Kirchengemeinde Immanuel erfahren. Dort sind die zusammen getragenen Fakten gehütet. Die Lutherkapelle wird heute von Äthiopiern bzw. von der Äthiopisch-Orthodoxen Gemeinde genutzt. Aber als sie noch Kapelle der evangelischen Kirche war, hingen dort noch Fotos von der Einweihung der Kapelle - die Hakenkreuzfahne neben der lila Kirchenfahne zeigend. Wir dürfen das niemals vergessen!

Diese Seiten sind noch im Aufbau. Aber wir sollten den 8. Mai 1945, den Tag der Kapitulation Hitler-Deutschlands als Befreiungstag für die Verfolgten des Nazi-Regimes und als Befreiung der Demokraten von der Diktatur einer menschenverachtenden Terrorherrschaft feiern. - Kranzniederlegung an der Gedenktafel? Meine Anregung.

B. Boden, Köln 2009

 

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Stand: 1991