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Düsseldorfer Bekenntnis
vom 2. September 2006

Nicht in unserem Namen werden Flaggen angebetet, Gottesdienste des Todes mit dem Gewehr in der Hand abgehalten und Marschlieder für neue Kriege gespielt.

Nicht in unserem Namen sollen junge Menschen dieses Landes verbluten in Kriegen für freie Handelswege, „freie Märkte“, Öl, Gas, Coltan und andere Rohstoffe.

Es ist unsere Verantwortung, dem Unrecht zu wiederstehen.

Nicht in unserem Namen werden Kriege geführt.

Nicht in unserem Namen beteiligen sich deutsche Flugzeuge, Panzer und Soldaten am Krieg der reichen Länder gegen die Armen auf der Erde.

Nicht in unserem Namen sollen die Lügen verbreitet werden, Länder erobert, Bomben geworfen werden, Männer und Frauen und Kinder sterben.

Die Geschichte soll nicht über die Grüber hinweg ihren Lauf nehmen.

Nicht in unserem Namen sollen Bürgerrechte und die Freiheit eingeschränkt werden.

Unsere Hände werden keine Waffen oder Geld zur Verfügung stellen, um ganze Familien in der Fremde auszulöschen.

Unsere Münder sollen nicht durch Angst zum Schweigen gebracht werden.

Unser Menschsein und unsere Vernunft erlauben es nicht, dass ganze Völker oder Nationen böse genannt werden.

Wir geloben, allen beizustehen, die angegriffen werden wegen ihrer Religion oder Abstammung, oder weil sie gegen die Weltordnung des Krieges Widerstand leisten.

Wir wollen uns verbinden mit allen Menschen dieser Erde, die daran arbeiten, dass Gerechtigkeit, Freiheit und Friede Wirklichkeit werden.

Die Mehrheit aller Menschen will eine andere Welt, in der die Güter gerecht verteilt sind und die Gewaltmacht der Waffenbesitzer nichts mehr zählt.

Wir wollen daran mitarbeiten.

(Das Düsseldorfer Bekenntnis wurde anlässlich einer Friedenskundgebung gegen den Großen Zapfenstreich zu Benrath 2006 erstellt und am Antikriegstag, dem 2. September 2006, erneuert. Nach der Vorlage von http://www.notinourname.net/, New York 2002) (Quelle: Kölner Rundbrief von „pax christi – Internationale Friedensbewegung, Kölner Rundbrief 2.2006)


Ergänzung:

Nicht in unserem Namen dürfen Menschen gefoltert werden, um Aussagen zu erpressen oder Menschen gefügig zu machen.

Nicht in unserem Namen dürfen Menschen verschleppt, vergiftet, an unbekannte Orte verbannt oder auf andere Weise misshandelt werden.

Nicht in unserem Namen darf die Würde von Menschen durch Amtswalter des Staates missachtet, bewusst der Ruf von Menschen geschädigt, Stereotypen verbreitet und andere ausgrenzende und diskriminierende Verhaltensweisen auch nur geduldet werden.

Jeder trägt die Verantwortung für sein eigenes Handeln, aber zugleich ist jeder und jede, die an verantwortlichen Stellen in Polizei, Justiz, Verwaltung, Wirtschaft etc. tätig ist, für das Wohlergehen ALLER mitverantwortlich. 

Nicht in unserem Namen dürfen Waffen gesegnet werden oder der Eindruck erweckt werden, als seien die Kriege der Menschen die Kriege Gottes. Nein. Der Allbarmherzige, der durch Jesu Mensch Gewordene, hat Hass und Tod überwunden. Gewalt ist nicht Gottes Idee. Jedenfalls haben wir nicht das Recht, ihn zur Zerstörung des Lebens zu instrumentalisieren. Als Liebe ist Gott nicht zu instrumentalisieren. Er ist Liebe.